Virtuos Scheitern

Die Unterscheidung in gutes und schlechtes Design ist jedem Gestalter geläufig. Da es zu jeder Gestaltungsaufgabe zunächst eine theoretisch unendliche Anzahl von möglichen Lösungen gibt, besteht die Notwendigkeit zur Auswahl an Hand von zumeist räumlich, zeitlich, organischen und psychologisch situativen Kriterien. Im Prinzip ist aber erstmal jede denkbare Lösung eine Lösung. Heike Raap beleuchtet nun in Ihrem gelungenen Artikel Virtuos Scheitern die Bedeutung der Beschreibung des Unerwünschten als konstruktiven Teil des Designprozesses. Die Grundfrage, der sie nachgeht ist die: Kann man über die Beschreibung von aus Sicht des Gestalters im Prozeß als wenig bis nicht möglich erkannten Lösungen die möglichen bis sehr gut möglichen itterieren? Diese Vorgehensweise, von Frau Raap aus der Psychologie entlehnt „Paradoxe Intervention“ benannt eignet sich in Fällen in denen es zunächst schwer fällt eine gewünschte Lösung zu umschreiben. Ein Problem, das jeder Gestalter kennt, wenn einem einfach nichts wirklich passendes einfallen will. An Hand eines Beispieles aus der Lehre legt Frau Raap anschaulich dar, wie in solchen Fällen die Konzentration auf das Gegenteilige das Gewünschte ermöglicht.

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Virtuos Scheitern / Heike Raap; Industriedesign und Ingenieurswissenschaften. Technisches Design in Forschung, Lehre und Praxis. S. 57ff
, TUDpress Verlag der Wissenschaften Dresden, 2008, ISBN 978-3-940046-73-4

Virtuos Scheitern / Heike Raap; WHO but, S. 233ff. Verlag für moderne Kunst, 2013, ISBN 978-3-86984-438-1

Guido Kühn

2001-2013 Professur AV Mediendesign an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Hall | 2011-2016 Dozent für Designtheorie und Praxis, AV Medienkommunikation und Social Media Management an der Hochschule Heilbronn | Seit 2015 Professur Cross Media Design an der SRH Hochschule Heidelberg | mit Philip Zerweck Gründer von Plattform und DGTF Themengruppe Designdidaktik. de

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2001-2013 Professur AV Mediendesign an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Hall | 2011-2016 Dozent für Designtheorie und Praxis, AV Medienkommunikation und Social Media Management an der Hochschule Heilbronn | Seit 2015 Professur Cross Media Design an der SRH Hochschule Heidelberg | mit Philip Zerweck Gründer von Plattform und DGTF Themengruppe Designdidaktik. de

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