Leseliste Q2/2017

Literatur-, Web- und Pressefunde

gefunden im 2. Quartal 2017 (z.T. bereits früher veröffentlicht):

  • Wissenschaft: Unikarriere oder Kinderwunsch? Gastbeitrag von Friederike von Gross
    Der Nachwuchs in der Wissenschaft hat es schwer: Es gibt nur befristete Stellen. Und zu wenig Professuren. So entscheiden sich gerade Frauen gegen die Uni.
    Auf neusten Zahlen (des dritten „Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs“) und persönlichen Erfahrungen baut diese Auseinandersetzung mit der Situation des Mittelbaus und Karrierewegen in der Hochschule auf – mit gar keinem so speziellen Blick auf Frauen, sondern auf Menschen, die Karriere und Familie vereinbaren wollen.
    veröffentlicht am 17. März 2017 auf ZeitOnline
    >> Gastbeitrag auf ZON
  • When a Student Cries von Stacey Patton
    Whenever midterm and final exams loom, students’ tears during faculty office hours become as commonplace as requests for extra credit and do-overs. Low grades produce desperation and despair. In deciding how to respond, professors first must identify the reasons for the crying because not all tears are equal.
    Gute Übersicht über den Umgang als Hochschullehrer mit weinenden Studierenden inklusive pragmatischer, konkreter Empfehlungen zum Umgang mit der Situation (am Ende des Artikels).
    veröffentlicht am 9. März 2017 auf Vitae
    >> Artikel auf Vitae
  • Umfrageergebnis: Software und Werkzeuge, die Designer nutzen
    Mit welcher Software und Werkzeugen arbeiten derzeit Designer / Kreativschaffende? Diese Frage hatten in den vergangenen drei Wochen knapp 3.000 dt-Leser beantwortet. Unter Berücksichtigung der 2014 im dt [designtagebuch] durchgeführten Studie wird deutlich: die Nutzung hat sich in den vergangenen drei Jahren verändert.
    Interessante Übersicht, vor allem im Hinblick auf Softwarebenutzung und für die Organisation der Computerkurse / Lehre an Ausbildungsstätten.
    veröffentlicht am 6. April 2017
    >> Artikel auf desigtagebuch.de
  • Bachelor: Liebling der Wirtschaft von Zacharias Zacharakis
    Welche Chancen haben Bachelor-Absolventen auf dem Jobmarkt? Unternehmen und Wirtschaftsverbände loben den Abschluss, die Studierenden aber sind misstrauisch.
    Fairer, straffer Artikel, der die aktuelle Lage am Ausbildungsmarkt beleuchtet.
    Fazit 1: BA an Unis und FHs entwickeln sich unterschiedlich.
    Fazit 2: Die Wirtschaft hat begriffen, dass der BA zwischen der Berufsausbildung (Duales System) und der klassisch akademischen Ausbildung angesiedelt ist.
    Aber lesen Sie selbst.
    veröffentlicht am 15. April 2017 auf ZeitOnline
    >> Artikel auf ZON
  • Vorlesungen sind verschwendete Lebenszeit Kommentar von Tobias Landwehr
    Die zentrale Veranstaltung an Universitäten ist eine Farce. Lehrende posen für ihr akademisches Ego und die Studierenden gaukeln sich vor, sie würden etwas lernen. Am Ende schlafen alle.
    Wider ein Beitrag der ze.tt (Juvenilableger der ZeitOnline), der sich <sarkasmus> tiefgründig mit Lehrmethoden, -werkzeugen und -stilen auseinandersetzt <sarkasmus off>. Im Ernst; ist halt ein Kommentar, aber dieser versetzt uns eben in die Lage des Konsumenten: WTF sooo denken die Studies? (bzw. glaubt man dem Autorenprofil Mehrfachstudierte mit Master-Abschluss). Interessanterweise zeigen die Leserkommentare doch eine differenziertere Auseinandersetzung. Aber was soll’s, sagen die Designer … Vorlesungen gibt es bei uns ja gar nicht …
    veröffentlicht am 16. April 2017 auf ze.tt
    >> Kommentar auf ze.tt
  • vorneweg: weder Design, noch Kunst scheint nach zugänglichen Informationen in der Studie Bestandteil der untersuchten Fächer zu sein, bzw. nur marginal zu den Übersichtszahlen beigetragen zu haben. Trotzdem ist die Studie sicher für alle Hochschullehrer von Interesse … die Designer mögen sich selber kritisch fragen, wie es um die Aussagekraft der Noten steht.
    Noten an Deutschlands Hochschulen: Analysen zur Vergleichbarkeit von Examensnoten 1960 bis 2013
    Studie herausgegeben von Volker Müller-Benedict und Gerd Grözinger
    In diesem Buch werden die langfristigen Verläufe – 1960 bis 2013 – der Examensnoten für zentrale Fächer und viele Hochschulen dargestellt und die Ursachen für ihre Nicht-Vergleichbarkeit analysiert. Im Fokus stehen die Bestimmung nicht-leistungsbedingter Einflüsse sowie die Erklärung von ‚grade inflation‘, also die Ursachen für eine Verbesserung der Noten ohne eine gleichwertige Verbesserung der Prüfungsleistungen.
    Noten an Deutschlands Hochschulen: Analysen zur Vergleichbarkeit von Examensnoten 1960 bis 2013, Müller-Benedict, V.; Grözinger, G. (Hrsg.), 1. Auflage 2017, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, eBook ISBN
    978-3-658-15801-9, Softcover ISBN 978-3-658-15800-2
    >> Verlagsseite des Buches
    Die oben zitierte Bucherläuterung des Verlages entspricht weder der Dramatik der Sache, noch den erschütternden Erkenntnissen. Der Spiegel trifft es mit seinem Artikel über die Studie schon besser:
    Inflation guter Examensnoten: Wenn eine 2,0 zu Tränen führt Artikel von Alexander Preker
    Noten an deutschen Hochschulen werden seit Jahren besser – und nichtssagender. Bildungsforscher fordern in einer Studie mehr Vergleichbarkeit. Oder eine Vergabe von Masterplätzen im Losverfahren.
    Für ihre Studie „Noten an Deutschlands Hochschulen“ haben die Forscher für ausgewählte Fächer mit einem Team drei Jahre lang 138.000 Prüfungsakten und rund 700.000 Examensnoten aus sieben Universitätsarchiven in der Bundesrepublik von 1960 bis 1996 ausgewertet. Hinzu kamen Gruppendiskussionen sowie rund 5,3 Millionen Daten aus der offiziellen Notenstatistik seit 1996.

    Hieraus ein paar weitere, beachtenswerte Zitate:
    „Es gibt Fächer wie Biologie oder Psychologie, in denen die Eins die häufigste Note ist“, ergänzt Volker Müller-Benedict (…) Während bei Juristen eine Vier fast überall dem Durchschnitt entspricht und ein Vollbefriedigend bereits für den Staatsdienst qualifiziert
    Noten (…) müssten vergleichbar sein, um Ungerechtigkeiten zu beenden. So sollte das Statistische Bundesamt regelmäßig die bundesweiten Durchschnittsnoten der Fächer veröffentlichen – als Orientierung für Arbeitgeber und wegen zunehmender Interdisziplinarität.
    Auf dem Zeugnis sollte ferner eine Einordnung der Note erfolgen, verlangen die Forscher – etwa per kleinem Balkendiagramm, wie viele Einser, Zweier, Dreier, Vierer und Fünfer es in den vergangenen fünf Jahren in dem Fach an dieser Uni gegeben hat. Denn ihnen war etwa auch aufgefallen, dass Fachhochschulen bessere BA-Noten vergeben. „Und zwar nicht, weil sie die besseren Studierenden haben“, sagt Grözinger.
    einen Grund für die Inflation der guten Noten vermuten die Forscher, dass Professoren häufig nach ihren Absolventen beurteilt werden. (…) warnt davor, gute Noten mit guter Lehre zu assoziieren. Dozenten könnten Druck verspüren, gute Noten zu vergeben.
    Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (…) plädiert dafür, „die bisherige Notenskala durch drei Kategorien zu ersetzen: exzellent – bestanden – durchgefallen. Mehr brauchen wir eigentlich nicht.“

    veröffentlicht am 18. April 2017 auf SpiegelOnline
    >> Artikel auf SPON
    Die dpa veröffentlichte einen kürzeren Artikel (ebenfalls von Alexander Preker), der nahezu identisch in unterschiedlichen Medien veröffentlicht wurde, z.B.:
    Forscher warnen deutsche Unis vor Noteninflation Direkt aus dem dpa-Newskanal
    veröffentlicht am 19. April 2017 auf sueddeutsche.de
    >> Artikel auf sz.de
  • Liebe Studenten, Sie verdienen schlechte Noten Gastbeitrag von Thomas Ehrmann
    Bringt die Notendebatte auf den Punkt und interpretiert sie für die Lage der Studierende.
    veröffentlicht am 6. Mai 2017 auf ZeitOnline > Zeit Campus
    >> Gastbeitrag auf ZON
  • Arbeitsmarkt Kultur. Zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Kulturberufen Gabriele Schulz, Olaf Zimmermann, Rainer Hufnagel
    Deutscher Kulturrat e.V.; Berlin : 2013; ISBN: 978-3-934868-30-4
    Zwar aus dem Jahr 2013, aber mir jetzt erst aufgefallen.
    Die Publikation besteht aus mehreren Teilen, Kapitel genannt, aber auch in diesen werden Kapitel neu nummeriert. Etwas verwirrend.
    Kapitel 1: Ja, auch sehr detaillierte Zahlen für Gestaltung, z. B. für die Studienfachgruppe aufgedröselt bis zu Studienfächern wie „Werkerziehung“ (für das 81 Studierende für das WS 2011/12 mit einem Frauenanteil von 90% verzeichnet ist.). Mit einem Teilkapitel „3.1.2 Arbeitgeber in der Designwirtschaft“ … Im Teilkapitel „4.2.2 Erwerbstätige in der Designwirtschaft“ erfahren wir, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Design im Jahr 2010 auf 126.285 angestiegen ist und damit seit 2003 um 9% stieg.
    Seite 149 zeigt folgende Übersicht:

    Kapitel 4: „Eine Analyse von KSK-Daten.“ Die Analyse zu Einkommen von Freiberuflern, welche nach den Zahlen der KSK (Künstlersozialkasse) vorgenommen wurde, ist ebenfalls sehr detailliert aufgeschlüsselt. Das Tätigkeitsfeld „Layouter, Grafik-, Mode-, Textil- und Industriedesign“ ist das größte (2010=22.409) und das am stärksten von 1995 bis 2010 gewachsene (abgesehen von „Videokünstler“ von denen es 1995 ganze 203 gab.) mit einem Jahresdurchschnittseinkommen von knapp 16.000 € (S. 301).
    Wichtig ist das 5. Kapitel: „Arbeitsmarkt Kultur. Hoffnungsträger oder Abstellgleis – Bewertung und Schlussfolgerungen.“
    Insgesamt unumwunden: trocken, zahlenreich und informativ. Insbesondere für Hochschulplaner eine Pflichtlektüre.
    >> Download als PDF
  • Zuerst dachte ich: was ein lahmer Artikel. Dann: wenn in einer eigenen Serie zum Berufseinstieg von ZEIT Campus, die Kreativ-Berufe auf so einem minderen Niveau behandelt werden, sagt das viel über die Disziplinen bzw. deren mangelnder Diskurs über den Beruf aus. Also, lesen und sich fragen, wie man die eigenen Studierenden auf den Beruf / Berufseinstieg vorbereitet.
    Jobchancen: Berufseinstieg für Kreative und Medienschaffende von Mischa Drautz, Tina Pokern und Jan Guldner
    veröffentlicht am 8. November 2016 in ZEIT Campus und am 4. Mai 2017 auf ZeitOnline > Zeit Campus
    >> Artikel auf ZON
  • Mal etwas Erbauliches. Das Thema Sendungsbewusstsein ist für sensible Gestalter und Lehrer in postmodernen Zeiten ja ein heikles Thema. Hier nun ein wirklich schöner Text, einer der klügsten Texte zum Thema Kultur allgemein, die ich in letzten Jahren gelesen habe. Daher hier aufgenommen, auch wenn es um Leitkultur und nicht Design geht … passt dann aber irgendwie doch zusammen, oder?
    Deutsche Leitkultur: Wir sind viel zu zurückhaltend ein Gastbeitrag von Jörg Bong
    Wer kann, wer soll entscheiden, was „deutsch“ ist, was „deutscher“ – und was „undeutsch“? Eine starke Leitkultur ist bitter nötig, nur müssen wir sie nicht neu erfinden – wir besitzen sie bereits.
    erschienen am 07.05.2017 auf SpiegelOnline
    >> Artikel auf SPON
  • Hirnforschung: Unser Sehzentrum reift noch bis ins mittlere Lebensalter von Daniela Zeibig
    Unser Gehirn verändert sich auch im Erwachsenenalter stetig. Nun konnten Wissenschaftler zeigen, dass das auch für ein Areal gilt, dessen Entwicklung man in der Kindheit als abgeschlossen betrachtet.
    veröffentlicht auf Spektrum.de am 30.05.2017
    >> Artikel auf spektrum.de
  • Museum der gescheiterten Produkte: Wer will schon grünen Ketchup? Interview von Alexander Sarovic
    Plastikfahrrad, Donald-Trump-Brettspiel, Cola Blak – die Geschichte gescheiterter Produkte ist lang. Kurator Samuel West zeigt die Flops und spricht über Innovation und Misserfolg.
    Ein schnelles, leichtes Muss für alle Produktdesigner.
    erschienen am 7. Juni 2017 auf SpiegelOnline
    >> Interview und Photostrecke auf SPON
  • Must-Read für Hochschullehrer im Design: Was läuft da schief?
    Produktdesign: Abschluss Master, Einstiegsgehalt 300 Euro von Franca Forth in der Reihe „Das Anonyme Gehaltsprotokoll“
    Er studierte in Regelstudienzeit Produktdesign, weil das Bafög-Amt ihn zwang. Nach dem Abschluss fand er keinen Job, weil er keine Berufserfahrung hatte.
    Erschienen auf ZEIT Campus am 14. Juni 2017
    >> Artikel auf ZON
Philip Zerweck

Philip Zerweck

Autor, Produktentwickler, Designlehrer und Designwissenschaftler

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Autor, Produktentwickler, Designlehrer und Designwissenschaftler

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